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Was will der eigentlich? Ein Gott, der sich selbst nicht helfen kann. Guckt zu, wie ihm die Kleider vom Leib gerissen werden, wie man darum lost; hört, wie die Leute über ihn herziehen … … und dann will er uns helfen ?
Da haben die Leute, die dabei waren, doch ’nen klaren Durchblick gehabt : Der stirbt - wie jeder Mensch (noch dazu unter Verbrechern), klopft große Sprüche – wie manche Menschen (aber bei einigen steht wenigstens was dahinter), lebt schon ein paar Jährchen unter Menschen - aber Menschenkenntis hat er nicht (hätt’ sich ja wenigstens rausreden können) und stellt die typisch menschlichen Fragen : „Warum ?“ (Originalton : „Mein Gott, warum hast du mich verlassen ?“)
Folglich : Er war ein Mensch – und weiter nichts. (Von ein paar hervorragenden Hilfsaktionen und neuen Ideen einmal abgesehen.)
Einwände ? (Frage geht an Gott.) Kommt aber nichts. Er schweigt. Stand nicht irgendwo, dass Jesus das Wort ist ? Und jetzt hat’s ihm die Sprache verschlagen ? Keine Erklärung, Rechtfertigung, Erläuterung ? Keine Drohung (mit seiner Allmacht) – nichts ? Wenn er da nicht mal was sagt – ist das nicht ziemlich …
Naja, er ist doch selbst schuld. Und grausam. (Was den Vater betrifft.) Wie kann man seinen eigenen Sohn töten ? Oder opfern ? Oder was auch immer. Die Menschen dadurch retten, dass man (Gott) Blut vergießt ? Unvorstellbar – in der heutigen Zeit auch gar nicht angebracht. Noch dazu : Welcher Mensch soll das annehmen ?
Egal. Meine Schuld ist es jedenfalls nicht.Ich hab nicht gebrüllt : „Kreuzige ihn !“ Ich hab auch keine Entscheidung getroffen – weder für noch gegen ihn. Brauche auch kein Opfer. Mein Kerbholz ist rein. Da wird Gott staunen. Noch was : Verraten hätt’ ich Jesus nicht. Ich habe ja nichts gegen ihn. So wie Judas. War der engste Freund und hat ihn ans Messer geliefert (und sich nachher mit Gewissensbissen umgebracht). – Hätte eher gehandelt wie Petrus : Der hat Jesus wenigstens verteidigt.
Also, wegen mir hätte Jesus nicht sterben brauchen !
(c) bei Karsten Spilling (Ideesamkeit)
Auszug aus dem gleichnamigen Karfreitagstext “Ich - wasche meine Hände in Unschuld”
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