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In welchen Bereichen liegen deine Hauptaufgaben und Schwerpunkte?
Beispielsweise in der Leitung eines Gemeindewachstumsprojektes. Unserer Kirche, traditionell eine Einwandererkirche, fällt die
missionarische Ausrichtung schwer. Hier hilft mir die Ausbildung in Unterweissach: Wir sind eine der wenigen Gemeinden, die missionarisch tätig ist.
Die politische und soziale Situation in Argentinien?
Das Land erholt sich ganz
langsam von seiner wirtschaftlichen Krise und vom Kollaps Ende 2001. Der derzeitige Präsident Kirchner sagt: Zuerst das Volk und seine Zukunft - dann die Tilgung der Auslandsschulden. Wir als Gemeinde versuchen, mit unseren
bescheidenen Möglichkeiten denen zu helfen, die in der Krise Argentiniens unter die Räder kamen
Wie steht deine Familie zu deiner Berufung?
Für Tamara und Jonas ist Argentinien die Heimat. Ruben ist hin- und hergerissen. 40 Prozent meiner Arbeitszeit bin ich unterwegs, da
hat meine Frau Dorothea es oft schwer. Nach 14 Jahren im Land beginnen wir ganz langsam, Wurzeln zu schlagen.
Südamerika: Freude und Sorge?
Südamerika ist ein Kontinent extremer Gegensätze: Du erlebst die Verachtung des Lebens, Verbrechen die nicht geahndet werden, … und
dann: Menschen die für eine gerechtere Welt ihr eigenes Leben riskieren. Und: Offenheit für den Glauben.
Du hast mal von deiner enormen Arbeitsbelastung geschrieben …
Eine ganz normale Gemeinde wäre ja ruhiger. Aber ich bin kein Gemeindeverwalter. Wenn ich nicht etwas aufbauen kann, fühle ich mich
nicht wohl in meiner Haut. Natürlich wird man mit der Zeit routinierter …
Verstehst du dich eher als Sozialarbeiter oder eher als Missionar?
Man kann die sichtbare Seite des Evangeliums nicht von der Verkündigung trennen. Das gepredigte Wort muss auf den Straßen gelebt
werden.
Dir liegen zwei Themen am Herzen. Das „Wohlstandsevangelium“ …
Ja, das Thema liegt mir am Herzen: Wir gehören zu den so genannten historischen Kirchen des Protestantismus, die das Kreuz als Wirklichkeit ansehen. Die so genannten neuen
protestantischen Kirchen, zumeist aus den USA beeinflusste charismatische und pfingstlerische Gruppen, predigen den einfachen Weg: „Glaub an Jesus, dann steht dir die Welt offen. Es gibt keine Grauzonen mehr. Alles ist einfach.”
”Am Kreuz kommt keiner vorbei.“ Das war das zweite Stichwort.
Wir können das Kreuz verleugnen oder es annehmen. „Nehmt euer Kreuz auf euch!“, sagt unser Herr. Das Kreuz ist für viele Menschen hier eine Wirklichkeit. Ich kann es nicht
wegpredigen, aber ich kann die Menschen begleiten, mein eigenes Kreuz tragen (und andere bitten mir dabei zu helfen).
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