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Nachdem mich dieses Thema innerlich
ziemlich umgetrieben hatte, stellte ich mir die Frage: „Welche Herausforderungen erwarten einen Hauptamtlichen, und inwiefern sind sie von Bedeutung für das, was ich von der Zukunft
erwarte?“
Dazu muss ich sagen, dass ich mich hierbei von wenig grauer Theorie, aber umso mehr von meinem inneren Empfinden habe leiten lassen. Denn ich bin dort zwar nicht allen,
aber einigen Herausforderungen begegnet, mit denen Hauptamtliche als Diener des Wortes Gottes in den kommenden Jahren voraussichtlich konfrontiert werden. Als ich in diesem Club ankam und
einige Tage hinter mir hatte, machte ich eine ganz neue Erfahrung:
Keinen dieser jungen Männer interessierte es woher ich kam oder was es mit meiner Lebensgeschichte auf sich
hatte. Folglich war ich der Möglichkeit beraubt, als Missionsschüler Eindruck auf sie zu machen. Meine Rollenspiele, mit denen ich bisher in Gemeinden und christlichen Kreisen Eindruck
gemacht hatte - als jemand der etwas kann, der anderen etwas vormachen, der andere überzeugen, der etwas darstellen kann - waren wie weggewischt. Die Kids juckt es nicht, ob du vier Jahre
Theologie, Psychologie usw. studiert, oder hier und da mal gepredigt hast, ich stand als völlig bloßer Mensch da. Als Mensch der verwundbar ist, der Liebe empfängt und Liebe schenkt,
unabhängig von jeder Leistung.
Worauf ich mich berufen konnte waren meine eigenen Erfahrungen, die ich in meiner Jugend sammelte, so dass ich mich mit diesen Jungs
identifizieren konnte. Somit hatte ich zunächst mal nichts anderes im Gepäck, als meine Verwundbarkeit und Ungeschütztheit, dafür wie mir im Nachhinein klar wurde, den Ruf Gottes im
Herzen und den Segen über meinem Haupte.
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Genau dies ermöglichte es mir,
tiefe Solidarität mit diesen Kids zu empfinden, die hinter ihrem „Gangsta“ Dasein voller Ängste sind. Es genügt hier für Hauptamtliche nicht, moralisch einwandfreie Menschen zu sein, eine
gute Ausbildung an einer theologischen Ausbildungsstätte hinter sich gebracht zu haben und vom guten Willen beseelt zu sein, diesen Kids helfen zu wollen. All das ist äußert wertvoll und
wichtig, aber das macht nicht den innersten Kern dieser Arbeit aus. Denn mir ist jedenfalls immer wieder neu aufgegangen, wie schwer es für mich ist, Jesus wirklich treu zu bleiben, wenn
ich hier alleine bin. Ich brauche meine Brüder und Schwestern, um im geistlichen Leben beharrlich zu sein, die mich immer wieder daran erinnern, dass nicht ich es bin, der heilt, nicht
ich es bin, der Worte der Wahrheit spricht, nicht ich es bin, der es schafft, diese Kids auf die richtige Bahn zu lenken.
Eine weitere Erfahrung war, dass jeder Augenblick eine
neue Überraschung bringen konnte. Oft eine Überraschung, auf die man nicht im Mindesten vorbereitet ist. Jeden Augenblick konnte es zu einer Schlägerei kommen, weil diese Kids es nicht
kennen, augenblickliche Gefühle und Gemütszustände mit schönen Worten und überzeugenden Argumenten unter den Teppich zu kehren. Menschen, die wenig intellektuelles Vermögen haben, lassen
unmittelbar ihr Herz - ihr zorniges Herz, ihr liebendes Herz, ihr sehnsuchtvolles Herz - sprechen, und sie denken nicht im Geringsten darüber nach, was sie da tun. So kam es auch vor,
dass man sich hat mit anhören müssen, wie Lehrer in der Schule geschlagen wurden. Hier ist die schwierige Aufgabe eines Hauptamtlichen, ein Gespür dafür zu entwickeln und zu erkennen,
dass dies die einmaligen Gelegenheiten sind diese schmerzlichen Realitäten des Alltagslebens dieser Jugendlichen mit der Gesinnung Jesu zu bedenken und somit das Bewusstsein dieser Kids
dahin zu bringen, wie Gott sie behutsam führt. Hier kommt es nun zugute, dass man, wenn man ausgebildet ist durch Gebet, ein Studium und sorgfältiges Analysieren, die scheinbar rein
zufälligen Dinge, die den Kids passieren, durchschauen und darin das geheimnisvolle Heil schaffende Wirken Gottes erkennen und dieses dann den Kids offenbaren kann.
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